
Warum radikalisieren sich junge Menschen? Und woran lässt sich erkennen, wenn aus Einsamkeit, Frustration und Orientierungslosigkeit eine gefährliche Hinwendung zu extremistischen Ideologien wird?
Der renommierte Politikwissenschaftler und Terrorismusforscher FLORIAN HARTLEB beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Fragen. Sein Begriff des „Teenagerterrorismus“ beschreibt eine Entwicklung, bei der persönliche Kränkungen, Einsamkeit, digitale Täterverehrung und politische Feindbilder ineinandergreifen können.
Radikalisierung beginnt dabei häufig nicht mit einer gefestigten Ideologie. Sie kann vielmehr dort entstehen, wo junge Menschen das Gefühl entwickeln, nicht dazuzugehören, nicht gesehen zu werden oder keinen Platz in der Gesellschaft zu haben. Prävention muss deshalb früh ansetzen: bei sozialer Bindung, Anerkennung, politischer Bildung und echter Teilhabe.
Im Webinar zeigt FLORIAN HARTLEB, welche Faktoren Radikalisierungsprozesse begünstigen, welche Rolle soziale Medien dabei spielen und wie extremistische Inhalte und Feindbilder junge Menschen erreichen können. Vor allem geht es um die Frage, wie Radikalisierung frühzeitig erkannt und ihr wirksam entgegengewirkt werden kann.
Denn Prävention beginnt nicht erst bei Verboten und Strafverfolgung. Sie beginnt dort, wo junge Menschen Gehör finden, Verantwortung übernehmen, ihre eigene Stimme entwickeln und erleben, dass sie etwas bewirken können.
Einsamkeit ernst nehmen. Radikalisierung erkennen. Teilhabe stärken.
Referent:

Dr. Florian Hartleb ist assoziierter Professor für internationale Beziehungen an der Modul- Universität in Wien. Er lehrt u.a. auch an der Katholischen Universität Eichstätt und der Donau-Universität Krems. Darüber hinaus war er unter anderem der offizielle Gutachter der Stadt München zur Aufarbeitung des Attentats am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) vom 22. Juli 2016. Hartleb zählt zu den profiliertesten Terrorismusforschern im deutschsprachigen Raum. Zuletzt hat er die Bücher „Teenager-Terroristen“ (2025, Hoffmann und Campe) sowie „Terrorismus. Studien zu einem komplexen Phänomen“ (2026, Verlag für Polizeiwissenschaft) veröffentlicht.
Teilnahmebeitrag: € 23,-
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Diese Veranstaltung ist gefördert aus Mitteln der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB)
